Internationale Küche
Andere Kulturen kennenlernen bei der „Internationalen Küche“
Wenn es nach Kreuzkümmel, Knoblauch und frisch gekochter Linsensuppe duftet, dann hat die Gemeinwesenarbeit Kehl wieder zur „Internationalen Küche“ eingeladen. Beim tunesischen Abend in der Hebelschule wurde geschnippelt, gerührt, sich unterhalten und das Ergebnis im Anschluss selbstverständlich gemeinsam genüsslich verzehrt.
Bevor es losgeht, heißt Stefanie Studer von der Gemeinwesenarbeit die 13 Kochinteressierten willkommen und verteilt die Küchenschürzen. Heute auf dem Speiseplan stehen Linsensuppe, Omek Houria – ein würziger Kartoffelsalat mit Harissa und Ei, Honig-Sesam-Tartelettes und passend dazu Fladenbrot. Die Teilnehmenden versammeln sich in kleinen Gruppen an vier Kochinseln. Jede Gruppe übernimmt ein Gericht. Nachdem die Rezepte verinnerlicht und die Aufgaben verteilt sind, schneiden die Anwesenden Gemüse, reichen Gewürze herum, kneten Teig oder rösten Sesamsamen an. Dabei kommen die Teilnehmenden schnell miteinander ins Gespräch – und das in lockerer Atmosphäre. Chefköchin an diesem Abend ist Silke Piivarcsi. Sie selbst hat keinen direkten Bezug zu Tunesien, dafür aber großes Interesse an der nordafrikanischen Küche. „Ich wollte schon immer mal tunesisch kochen“, sagt sie. Zuhause habe sie sich bereits an den Rezepten versucht, nun gibt sie ihre Erfahrungen weiter.
Das Format „Internationale Küche“ gibt es in Kehl bereits seit 2013. Damals noch unter dem Namen „Sprache geht durch den Magen“. Die Idee dahinter ist bis heute dieselbe: Menschen zusammenbringen. „Es geht nicht nur darum, verschiedene Kulturen kennenzulernen, sondern auch unterschiedliche Ernährungsweisen vorzustellen – von vegan bis klassisch“, erklärt Stefanie Studer. Vor allem aber solle das gemeinsame Kochen Begegnungen schaffen – unabhängig davon, aus welchem Stadtteil oder aus welchem Land jemand kommt.
Dass das funktioniert, zeigt sich an diesem Abend. Die Teilnehmenden haben sichtlich Spaß.
Thomas Speck aus Neumühl ist seit Oktober letzten Jahres dabei. In seinem Männerkochclub hat er schon zuvor auf hohem Niveau gekocht. Heute sucht er vor allem neue Impulse und Ideen: „Immer dasselbe kochen, kann ich zu Hause. Mir gefallen hier die immer wieder neuen Einflüsse aus anderen Kulturen“, erzählt der Hobbykoch. Beim nächsten Termin wird er selbst eine Gruppe leiten. An diesem Abend soll dann alles im Zeichen des Bärlauchs stehen. Es wird Suppe, Gnocci und für jeden auch ein kleines Glas Pesto für zu Hause geben – selbstverständlich alles aus Bärlauch gemacht.
Zum ersten Mal mit dabei sind Marianne Hähnel und Sonja Ross. Auf das Angebot aufmerksam geworden sind die beiden Kochpartnerinnen über einen Zeitungsartikel. Marianne Hähnel war selbst schon in Tunesien und wollte die Küche noch einmal neu erleben. Von Anfang an mit dabei ist dagegen Emma Müller, die schon seit 2013 fester Bestandteil der Internationalen Küche ist. Sie kommt aus Kasachstan und hat selbst schon Kochabende geleitet, etwa mit wolgadeutschem Kartoffelstrudel. Besonders wichtig war ihr von Anfang an: „Dass die Leute zusammenkommen – egal welche Nationalität sie haben“, erzählt sie.
Natürlich darf nach einem gelungenen Kochabend das gemeinsame Verkosten nicht fehlen. Die frisch zubereiteten Speisen werden auf einem großen Tisch angerichtet. Den Gesichtern der Teilnehmenden ist anzusehen: Es schmeckt. Im Mittelpunkt stehen an diesem Abend jedoch die Gespräche. Schnell geht es am Tisch um Essen aus aller Welt und kulinarische Tipps: Welche Länder und Städte haben das beste Essen, welche Restaurants sollte man unbedingt einmal ausprobieren, wo gibt es das beste Preis-Leistungsverhältnis? „Hier entstehen Gespräche ganz von selbst, und das macht die Internationale Küche so besonders“, betont Stefanie Studer.
Nächster Termin:
Weiter geht es bei der Internationalen Küche mit einem Bärlauch-Abend am Donnerstag, 30. April, um 18 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, der Selbstkostenpreis beträgt fünf Euro. Gekocht wird in der Hebelschule.
Anmeldungen nimmt Stefanie Studer per E-Mail an s.studer@stadt-kehl.de oder telefonisch unter 07851 88-2405 entgegen. Wer selbst seine Heimatküche vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, Vorschläge einzureichen.
