Mobilitätsumfrage
Mobilitätsstudie zeigt: Zunehmendes Umweltbewusstsein, abnehmende Autonutzung
Wie bewegen sich die Kehlerinnen und Kehler? Bei einer Mobilitätsumfrage im Mai wurden 6150 Haushalte dazu im Detail befragt. Das Ergebnis: In der Gesamtstadt setzen sich die Menschen seltener hinters Steuer ihres Autos als noch bei der Mobilitätsumfrage vor zehn Jahren. Dafür nutzen sie häufiger öffentliche Verkehrsmittel wie beispielsweise die Tram nach Straßburg, das Fahrrad oder gehen schlicht zu Fuß. Die Mobilitätserhebung kommt damit zu dem Schluss: In Kehl zeigt sich ein zunehmendes Umweltbewusstsein.
Dennoch bleibt der PKW das meistgenutzte Fortbewegungsmittel in der Gesamtstadt mit einem Anteil von 52 Prozent am Verkehrsaufkommen. 41,3 Prozent der Befragten setzen sich dabei selbst hinters Steuer, 6,4 Prozent nehmen auf dem Beifahrersitz Platz. 1,7 Prozent nutzen hingegen das Motorrad oder das Mofa. E-Autos kommen auf einen Anteil von insgesamt 2,7 Prozent. Den niedrigsten Anteil am Verkehrsaufkommen weist das Auto in der Kernstadt auf. Hier nutzen es 45 Prozent der Befragten. 29 Prozent sind mit dem Fahrrad, 17 Prozent zu Fuß unterwegs. Öffentliche Verkehrsmittel wie die rheinüberquerende Tram oder den Stadtbus nutzen neun Prozent.
Im Kehler Süden, also in Goldscheuer, Marlen, Kittersburg und Hohnhurst, dominiert die PKW-Nutzung mit 68 Prozent. In den Fahrradsattel schwingen sich 16 Prozent, zehn Prozent gehen zu Fuß und sechs Prozent nutzen öffentliche Verkehrsmittel.
Auch im Kehler Norden, also in Auenheim, Leutesheim, Bodersweier, Querbach und Zierolshofen, wird mehrheitlich (zu 58 Prozent) das Auto genutzt. Das Fahrrad kommt auf 21 Prozent, der ÖPNV auf zwölf Prozent. Neun Prozent der Befragten legen ihre Wege zu Fuß zurück. In Kehl-Mitte, also in Neumühl, Kork und Odelshofen, liegt der PKW-Anteil bei 57 Prozent, gefolgt vom Radverkehr (19 Prozent), dem ÖPNV (14 Prozent) und dem Fußverkehr (zehn Prozent). Dazu heißt es in der Auswertung der Mobilitätserhebung: „Auffällig ist, dass die PKW-Besitzquote oder der Motorisierungsgrad in den zentrumsferneren Ortschaften tendenziell höher ist als in der Kernstadt.“
Bei Fahrten nach Straßburg setzen die Befragten mehrheitlich auf das Fahrrad (45 Prozent) oder den öffentlichen Nahverkehr wie beispielsweise die Tram (34 Prozent). Lediglich 19 Prozent gaben an, die französische Nachbarstadt mit dem Auto aufzusuchen. Zwei Prozent gehen zu Fuß.
Bei Zielen außerhalb Kehls weist Freiburg den größten ÖPNV-Anteil auf. Das heißt 57 Prozent nutzen auf dem Weg dorthin Bus oder Bahn als Verkehrsmittel.
Sowohl im Bundes- als auch im Landesvergleich bewegen sich der PKW- sowie der ÖPNV-Anteil am Verkehrsaufkommen auf einem durchschnittlichen Niveau. Merkliche Abweichungen gibt es hingegen bei den Anteilen von Rad- und Fußverkehr. In Kehl fahren demnach deutlich mehr Menschen mit dem Rad, als im Bundes- oder Landesschnitt. Während in Kehl 25 Prozent das Fahrrad nutzen, liegt der Anteil im Bundes- und Landesdurchschnitt bei jeweils elf Prozent. Im Gegensatz dazu ist der Anteil an Fußgängerinnen und Fußgängern in Kehl (13 Prozent) niedriger, als auf Bundes- (26 Prozent) oder Landesebene (27 Prozent).
Verbesserungspotenzial sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mobilitätsbefragung beim Ausbau des Radwegenetzes sowie der Trennung von Rad- und Autoverkehr. Bemängelt wird zudem der Zustand der Gehwege. Außerdem besteht der Wunsch nach kürzeren Takten, einer besseren Vernetzung sowie Preisanpassungen im Busverkehr. Im Zugverkehr werden zusätzlich zu einer kürzeren Taktung und Preissenkungen Änderungen bei den Umsteigezeiten gefordert. Hinsichtlich des Autoverkehrs werden das Parkplatzangebot und der Zustand der Straßen kritisch gesehen. „Die größte Herausforderung besteht darin, attraktive Alternativen zum Auto zu schaffen“, heißt es in der Studie. Ziel ist es, „Bürgerinnen und Bürger zu einem Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu bewegen – sowohl für kurze Alltagswege als auch für längere Strecken“.
Hintergrund
765 Haushalte hatten sich an der Mobilitätsbefragung beteiligt. Das entspricht einer Rücklaufquote von 12,4 Prozent. Die erforderliche Stichprobengröße wurde erreicht; das Ergebnis ist somit repräsentativ. Mehrheitlich (66 Prozent) beantworteten die Teilnehmenden die Fragebögen schriftlich. Knapp ein Drittel machte seine Angaben online. Sechs Haushalte beantworteten die Fragen telefonisch.
