Erkundungsbohrung

Stadt prüft Grundwasser als Wärmequelle für Schulareal in Kork

Die Wärmeversorgung im Schulareal Kork soll effizienter und klimafreundlicher werden. Dafür zieht die Stadt ein Nahwärmenetz in Betracht, das mehrere Gebäude zentral versorgen könnte. Welche Wärmequelle dabei zum Einsatz kommen soll, ist noch offen und wird derzeit im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht. Eine der möglichen Varianten ist die Nutzung von Grundwasser. Um herauszufinden, ob sich die örtlichen Grundwasserverhältnisse dafür eignen, wurde auf dem Gelände nun ein Erkundungsbrunnen gebohrt.

Bei der Greiferbohrung fällt ein 2,8 Tonnen schwerer Bohrkopf aus sechs Metern Höhe durch ein Stützrohr und dringt in das Erdreich ein. 

Noch werden die Grundschule mit Mehrzweckhalle, die ehemalige Grundschule mit kleiner Turnhalle sowie das Handwerksmuseum mit angeschlossenem Wohnhaus jeweils mit einer eigenen Gasheizung versorgt. Insgesamt müssen auf dem Areal mehr als 7000 Quadratmeter Nettogrundfläche beheizt werden. Der Erdgasverbrauch lag 2025 zusammengerechnet bei etwa 638 000 Kilowattstunden und kostete rund 74 000 Euro. „Wir wollen die teilweise über 30 Jahre alten Systeme durch eine zentrale Heizung ersetzen und so fit für die Zukunft machen“, erklärt Michael Bunkus, Energiemanager bei der Stadt Kehl. Um dieses Ziel zu erreichen, kommt auch Grundwasser als Wärmequelle infrage. Pumpversuche sollen zeigen, wie viel Grundwasser tatsächlich zur Verfügung steht. Dafür wurde gleich neben der Mehrzweckhalle ein 20 Meter tiefer Erkundungsbrunnen angelegt. Für die Wärmeversorgung des gesamten Areals wäre eine Fördermenge von rund 25 Litern pro Sekunde erforderlich. Gleichzeitig wird im Rahmen einer Wasseranalyse auch der Eisen- und Mangangehalt untersucht.
 
Zum Einsatz kam dabei die sogenannte Greiferbohrung. Dabei wird ein rund 2,8 Tonnen schwerer Bohrkopf mit fast 90 Zentimetern Durchmesser aus sechs Metern Höhe durch ein Stützrohr fallengelassen. Der Bohrkopf dringt beim Aufprall in das Erdreich ein, nimmt Material auf und wird anschließend wieder nach oben gezogen. Stück für Stück arbeitet sich der Greifer auf diese Weise bis zur vorgesehenen Tiefe vor.
 
Sollten die Untersuchungen ergeben, dass ausreichend Grundwasser in geeigneter Qualität zur Verfügung steht, könnte damit künftig eine Wärmepumpe betrieben werden. „Wir könnten mindestens 30 Prozent an Betriebskosten sparen“, schätzt Michael Bunkus. Auch beim Vorhaben der Stadtverwaltung bis 2035 klimaneutral zu werden, könnte eine Grundwasserwärmepumpe die Stadt ein gutes Stück voranbringen. Die drei Gasheizungen verbrauchen jährlich rund 115 Tonnen CO₂. Würde künftig eine Wärmepumpe eingesetzt, deren Strombedarf teilweise durch eine ebenfalls im Konzept vorgesehene Photovoltaikanlage gedeckt wird, „könnte der CO₂-Ausstoß bilanziell weitestgehend eliminiert werden“, erklärt der Energiemanager.
 
Ob die Grundwasser-Wärmepumpe tatsächlich kommt, hängt von den Ergebnissen der Pumpversuche und der Machbarkeitsstudie ab. Bei der Entscheidung wird zudem die vorgesehene Erweiterung der Mehrzweckhalle berücksichtigt. „Wir wollen nicht nur den heutigen Bedarf abdecken, sondern Berücksichtigen auch die weitere Entwicklung des Schulareals“, sagt Michael Bunkus.