Freiwilligenjahr
„Gute Gelegenheit, ins Berufsleben hineinzuschnuppern“: Wie ein Freiwilligenjahr bei der Stadt die Berufswahl erleichtern kann
Wie soll es nach der Schule weitergehen? Diese Zukunftsfrage stellen sich viele Jugendliche und junge Erwachsene. Bei Ida Faschon, Hadjer Benahmed und Lena Jauch war das nicht anders. Auch sie wussten zunächst keine konkrete Antwort und entschieden sich deshalb für ein Freiwilligenjahr bei der Stadt. Zwölf Monate später wissen die drei jungen Frauen, wie es beruflich für sie weitergehen soll.
Ida Faschon sitzt gemeinsam mit fünf Kindern im Atelier der Kita Kreuzmatt. Auf dem Tisch liegen Papprollen, Buntpapier und Fingerfarben. Die 18-Jährige hat sich das Bastelprojekt gemeinsam mit den Mädchen und Jungen überlegt. Mit Pinseln bemalen die Kinder fleißig ihre Papprollen. Anschließend wird das Buntpapier daran befestigt, sodass am Ende eine Reihe farbenfroher Schmetterlinge entsteht. „Wir basteln und malen hier sehr viel“, berichtet Ida Faschon. Das Atelier bietet den Kindern beispielsweise eine Werkstattecke, in der Elektrogeräte auseinandergeschraubt, inspiziert und anschließend zu etwas gänzlich Neuem zusammengebaut werden können. So wird aus einem alten CD-Spieler schonmal ein drolliger Hundekopf mit Knollennase. Und wenn es im Sommer heiß ist, dann stellt Ida Faschon den kleinen Künstlerinnen und Künstler die Staffelei in den Hof. „Ich begleite die Kinder, damit die Farbe auch auf dem Papier und nicht etwa auf der Schaukel landet“, ergänzt sie mit einem Schmunzeln.
Für die junge Frau aus Rheinau war früh klar, dass sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kindertageseinrichtung absolvieren möchte. Ihre Freude an der Arbeit mit Kindern hat sie beim Karnevalsverein Rheinbischofsheim entdeckt. Dort trainiert sie zwei Kindergruppen im Gardetanz, darunter auch eine Gruppe Tänzerinnen und Tänzer im Kindergartenalter von drei bis sechs Jahren. Ein Aspekt ihres Trainings, den sie besonders schön findet: Zu sehen, wie anfangs unsichere Kinder sich entwickeln, Selbstvertrauen und Zuversicht gewinnen und schließlich den Mut finden, neue Tanzschritte auszuprobieren. Dass sich Vereinstraining und Kita-Alltag nur bedingt vergleichen lassen, dessen ist sich die 18-Jährige bewusst. „Ein Freiwilligenjahr ist eine gute Gelegenheit, ins Berufsleben reinzuschnuppern und zu erkennen, ob mir das Soziale überhaupt liegt“, sagt sie. Und tatsächlich: Nach zwölf Monaten in der Kita Kreuzmatt sieht Ida Faschon ihre berufliche Zukunft im Sozialbereich. Im Oktober beginnt sie ihr duales Studium der sozialen Arbeit in Baden-Baden. Begleitend arbeitet sie dazu in einer Kita in der Kurstadt. "Ich kenne ja jetzt den Kita-Alltag sowie einige pädagogischen Grundlagen“, fühlt sie sich für die bevorstehende Aufgabe gerüstet. Künftigen Schulabgängerinnen und Schulabgängern kann sie ein FSJ bei der Stadt Kehl nur empfehlen, insbesondere jene, die sich unsicher sind, welchen Berufsweg sie einschlagen sollen. „Mir hat es in der Kita Kreuzmatt sehr gut gefallen. Ich habe mich herzlich aufgenommen und sehr wohlgefühlt“, betont sie.
Ähnliche Erfahrungen haben auch Hadjer Benahmed und Lena Jauch gemacht. Hadjer Benahemed absolvierte einen Bundesfreiwilligendienst im Jugendtreff Kreuzmatt, Lena Jauch ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Gemeinwesenarbeit. „Ich habe viele Erfahrungen und schöne Erinnerungen mitgenommen“, berichtet die Bufdi. „Nach der Schule wusste ich zunächst nicht genau, in welche berufliche Richtung ich gehen möchte.“ Also ging sie erstmal für ein Freiwilligenjahr in den Jugendtreff, wo sie mit Kindern und Jugendlichen spielte und kochte. „Jeder Tag sah irgendwie anders aus“, berichtet Hadjer Benahmed. Die Zeit im Jugendtreff hat ihr so gut gefallen, dass die junge Kehlerin nun eine Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin beginnt.
"Mir hat das Jahr geholfen, zu verstehen, was es heißt, ins Arbeitsleben einzutreten“, berichtet Lena Jauch. Für die FSJlerin bedeutete dies, Schülerinnen und Schüler in der Gemeinwesenarbeit Kehl-Dorf an der Schutterstraße bei den Hausaufgaben zu helfen, Nachbarschaftscafés im Kulturhaus und Sprachtreffs in der Villa RiWa zu begleiten. Nach den zwölf Monaten war auch Lena Jauch klar, dass sie ihre berufliche Zukunft im Sozialbereich sieht. Insbesondere die Arbeit mit Kindern möchte sie fortsetzen, weshalb sie eine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz beginnt.
Ein Freiwilligenjahr bei der Stadt
Wer sich für ein FSJ in der Gemeinwesenarbeit oder in einer Kita interessiert, kann sich direkt unter www.mein-check-in.de/kehl bewerben. Träger des FSJ ist der DRK-Landesverband.
Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Bundesfreiwilligendienst in der Offen Jugendarbeit zu absolvieren. Wie bei einem Freiwilligenjahr verpflichten sich die Bufdis für zwölf Monate.
Die beiden FSJ-Stellen im Kulturbüro und in der Mediathek sind bereits besetzt. Die Bewerbungsphase startet in der Regel am 15. Januar und endet Mitte März. Der Freiwilligendienst beginnt anschließend am 1. September.
Die beiden Plätze bei der Feuerwehr sind ebenfalls bereits besetzt.
