Asiatische Tigermücke

Feuchtigkeit, Hitze, Urlaubszeit: Dringende Maßnahmen gegen die Tigermücke

Gut erkennbar ist die Asiatische Tigermücke an den weißen Linie auf dem Rücken und den weißen Streifen an den Beinen. © KABS e.V.

Regen in Kombination mit hohen Temperaturen: Das sind ideale Brutbedingungen für die Asiatische Tigermücke. Wer jetzt nicht aktiv wird, kann innerhalb kurzer Zeit im eigenen Garten eine regelrechte Plage vorfinden. Deshalb gilt es nun – und insbesondere vor Antritt einer Urlaubsreise – alle Behältnisse, in denen sich Wasser sammeln kann, wegzuräumen oder gut mit einem Netz oder Deckel zu sichern. Auch der Einsatz des Wirkstoffs Bti ist wirkungsvoll; dafür kann eine Urlaubsvertretung organisiert werden, damit das aggressive und flugfaule Insekt im Garten keine Chance hat.

Seitdem im Oktober 2021 das erste Gelege der Asiatischen Tigermücke in Kehl entdeckt wurde, wächst ihre Population stetig an. Heiße Sommer und milde Winter haben es dem eingeschleppten Insekt erlaubt, sich zu akklimatisieren. Eine Ausrottung ist heute zwar nicht mehr möglich. Eindämmen lässt sich die lästige und potentiell gefährliche Stechmücke, die Tropenkrankheiten übertragen kann, hingegen gut. Aber um sie in Schach zu halten, müssen Bürgerinnen und Bürger Woche für Woche im privaten Umfeld aktiv werden.
Da die Asiatische Tigermücke ihre Eier knapp oberhalb eines stehenden Gewässers ablegt, werden alle natürlichen oder künstlichen Behältnisse, in denen mindestens ein Zentimeter hoch das Wasser steht und die innerhalb einer Woche nicht austrocknen, zu potenziellen Brutstätten. Deshalb müssen sie regelmäßig und kontinuierlich entleert, gesäubert und vollständig trockengelegt werden. Und das in einem wöchentlichen Rhythmus. Denn die Larve der Asiatischen Tigermücke entwickelt sich innerhalb von sieben Tagen zum adulten Tier. Ohne Wasser trocknen die geschlüpften Larven allerdings innerhalb weniger Minuten aus und sterben ab. Gefäßen, die sich nicht oder nicht regelmäßig entleeren lassen, wie Zisternen, Regentonnen oder hohle Baumpfähle, sollten abgedichtet werden. Keine Gefahr geht von Pools mit chlorhaltigem Wasser sowie natürlichen Gewässern, in denen Fische, Molche oder Libellenlarven leben, aus. Auf deren Speiseplan stehen auch die Larven der Asiatischen Tigermücke.
Ebenfalls wirksam gegen die Stechmückenlarven ist der Wirkstoff Bti, ein Eiweißkristall eines Bakteriums, das für die Larven der Asiatischen Tigermücke und die anderer Schnakenarten giftig ist. Bti wird in Tablettenform im Bürgerservice und den Ortsverwaltungen ausgegeben. Eine Bti-Tablette genügt für bis zu 50 Liter. Das Präparat kann in warmem Wasser aufgelöst und anschließend mit der Gießkanne verteilt werden. Stehendes Gewässer sollte zwischen April und Oktober in einem 14-Tage-Rhythmus behandelt werden. Während längerer Urlaubsreisen können eventuell Nachbarn einspringen. Denn durch gemeinsames Handeln lässt sich die Ausbreitung des lästigen Insekts wirksam eindämmen.

Wer trotz aller Maßnahmen anhaltende Probleme mit Tigermücken hat, kann sich an die KABS wenden. Unter www.kabsev.de gibt es die Möglichkeit, die Schnakenbekämpferinnen und -bekämpfer direkt zu kontaktieren. Die Aktionsgemeinschaft finanziert sich über die Beiträge ihrer insgesamt 94 Mitgliedskommunen, zu denen seit 1996 auch die Stadt Kehl zählt.

Erklärvideo mit Umweltreferentin Dr. Ann-Margret Amui-Vedel







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„Schnakenbekämpfung ist kein Hexenwerk“: KABS und Stadt rufen zur Mitarbeit gegen Asiatische Tigermücke auf

Seit Anfang April surren sie wieder durch die Stadt: die Asiatischen Tigermücken. Bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der Stadt und der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (kurz: KABS) im Kulturhaus am Dienstagabend (21. April) erläuterte der Diplom-Biologe Artur Jöst, woran sich die lästigen Tierchen erkennen lassen, wo sie üblicherweise ihre Eier ablegen und wie sich die Ausbreitung der Tigermücken eindämmen lässt.

Asiatische Tigermücken liegen als Anschauungsobjekt auf einer Petrischale.
Die Asiatische Tigermücke lässt sich an ihrer charakteristischen Farbgebung erkennen und an der Penetranz, mit der sie tagsüber ihre Blutnahrung aufsucht. 

Das erste Gelege einer Asiatischen Tigermücke wurde im Oktober 2021 in Kehl entdeckt. Seither wächst die Population der eingeschleppten Stechinsekten rasant.
Begünstigt wird die Ausbreitung der eigentlich aus den Tropen stammenden Stechtiere unter anderem durch die Klimaveränderungen. Die heißen Sommer und milden Winter erleichtern es den Insekten, sich hierzulande zu akklimatisieren. Inzwischen ist die Tigermücken-Population in Kehl so groß, dass eine vollständige Ausrottung nicht mehr zu erreichen ist. „Wir haben einen Stand erreicht, an dem sich die Tiere nicht mehr vollständig verdrängen lassen“, konstatierte Artur Jöst. Allerdings: Als Resignation oder Kapitulation vor der Überzahl der Tigermücken will der Biologe diese Aussage nicht verstanden wissen. Stattdessen appellierte er an die rund 30 Besucherinnen und Besucher, dabei mitzuhelfen, die Ausbreitung der Tropenfliegen wirksam einzudämmen. „Die Schnakenbekämpfung ist kein Hexenwerk“, sagte Artur Jöst. Es brauche lediglich die Bereitschaft der Menschen, aktiv zu werden. „Wir sind auf den guten Willen der Bevölkerung angewiesen.“

Biologe Artur Jöst spricht vor rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörern.
Was tun, wenn im heimischen Garten Asiatische Tigermücken umhersurren? Darüber informierte der KABS-Biologe Artur Jöst (links) im Kulturhaus.

Brutstätten identifizieren und trockenlegen

Die Asiatische Tigermücke, daran erinnerte Artur Jöst an diesem Abend, legt ihre Eier knapp oberhalb eines stehenden Gewässers ab. Wenn der Wasserspiegel beispielsweise durch Regen steigt und die Eier erreicht, schlüpfen die Larven. Diese leben im Wasser, bis sie sich schließlich verpuppen und als stechfreudige Tigermücke aus dem Kokon steigen. „Die effektivste Methode ist, gegen die Larven vorzugehen“, berichtete Artur Jöst. Die Asiatische Tigermücke ist ursprünglich in tropischen Regenwäldern beheimatet und legt dort ihre Eier in dunkle Baumhöhlen ab, in denen sich Wasser angesammelt hat. Durch die großflächige Rodung tropischer Regenwälder wurde die Asiatische Tigermücke ihrer Brutstätten beraubt und unfreiwillig zu einem Kulturnachfolger. Auf der Suche nach einer geeigneten Eiablagestelle sucht die Stechfliege nach Plätzen, die ihrer ursprünglichen Brutstätte entsprechen. Dabei sind die Tiere nicht wählerisch. Jedes Gefäß, in dem auch nur ein zentimeterhoher Wassersatz schwimmt, wird von den Tigermücken genutzt. Die Beispiele, die Artur Jöst den Zuhörerinnen und Zuhörern zeigte, reichten von Topfuntersetzern, Blumenkästen, Gießkannen und Sonnenschirm-Fußständern bis hin zu verstopften Dach- und Ablaufrinnen, Falten im Gartenpavillon, Grabvasen auf dem Friedhof, Tiertränken, Aschenbechern und achtlos weggeworfenen Joghurtbechern oder Trinkdosen. Selbst in Kabelschächten sowie den Schmutzauffangkörben in Gullys konnten Asiatische Tigermücken nachgewiesen werden. „Alle natürlichen oder künstlichen Behältnisse, in denen mindestens ein Zentimeter hoch das Wasser steht und innerhalb von einer Woche nicht wegtrocknet, sind potenzielle Brutstätten“, brachte es Artur Jöst auf den Punkt. 
Seine Empfehlung: besagte Behältnisse regelmäßig und kontinuierlich zu entleeren, zu säubern und trocken zu legen, und das in einem wöchentlichen Rhythmus. Denn die Larve der Asiatischen Tigermücke entwickelt sich innerhalb von sieben Tagen zum adulten Tier. Ohne Wasser trocknen die geschlüpften Larven allerdings innerhalb weniger Minuten aus und sterben ab. Bei Gefäßen, die sich nicht oder nicht regelmäßig entleeren lassen, wie beispielsweise Zisternen, Regentonnen oder hohlen Baumpfählen, rät der Biologe dazu, diese abzudichten, damit kein Tigermücken-Weibchen hineinschlüpfen kann. Als Eiablagegebiet für die Stechfliegen unattraktiv sind hingegen Pools mit chlorhaltigem Wasser sowie natürliche Gewässer, in denen Fische, Molche oder Libellenlarven leben. Auf deren Speiseplan finden sich auch die Larven der Asiatischen Tigermücke.

Kora Herrmann (Leiterin der Stabsstelle für Nachhaltige Stadtentwicklung) spricht vor rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörern.
Appellierte an die Einwohnerinnen und Einwohner, bei der Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke, tatkräftig zu unterstützen: Kora Herrmann, Leiterin der städtischen Stabsstelle für Nachhaltige Stadtentwicklung (Bildmitte).

Larvengift in Tablettenform

Ebenfalls wirksam gegen die Stechmückenlarven ist der Wirkstoff Bti. Dabei handelt es sich um Eiweißkristalle eines Bakteriums. Für die Larven der Asiatischen Tigermücke, aber auch anderer Schnakenarten, ist Bti giftig. Für Haustiere und Menschen, aber auch für Eidechsen und sonstige Gartenbewohner ist der Wirkstoff hingegen unbedenklich. Eine Bti-Tablette genügt für bis zu 50 Liter. Das Präparat kann zudem in warmem Wasser aufgelöst und anschließend mit der Gießkanne verteilt werden. Artur Jöst empfahl, stehende Gewässer zwischen April und Oktober in einem 14-Tage-Rhythmus mit Bti zu behandeln. Die Tabletten gibt es kostenfrei im Bürgerservice an der Großherzog-Friedrich-Straße. Doch bei dieser Ausgabestelle soll es nicht bleiben: „Wir werden gemeinsam mit der KABS weitere städtische Mitarbeitende schulen, damit die Bti-Tabletten auch auf den Ortsverwaltungen ausgegeben werden können“, kündigte Kora Herrmann, Leiterin der Stabsstelle für Nachhaltige Stadtentwicklung, an.
Wer trotz aller Maßnahmen nach wie vor auf Probleme mit Tigermücken hat, kann sich direkt an die KABS wenden. Unter www.kabsev.de gibt es die Möglichkeit, die Schnakenbekämpferinnen und -bekämpfer zu kontaktieren. Die Aktionsgemeinschaft finanziert sich über die Beiträge ihrer insgesamt 94 Mitgliedskommunen, zu denen seit 1996 auch die Stadt Kehl zählt.

Maßnahmen gegen Tigermücken

Was Bürgerinnen und Bürger unternehmen können, lässt sich hier nachlesen (418 KB).

Zum Nachhören im Infocast (ab Minute 03:10)