Integrationskurs beim OB
Oberbürgermeister Wolfram Britz empfängt Integrationskurs im Bürgersaal
Wie funktioniert eine Stadtverwaltung? Was macht die Stadt Kehl für den Klimaschutz? Und woher kommt das Geld der Stadt? Diese und viele weitere Fragen stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Integrationskurses dem Rathauschef bei einem Treffen im Bürgersaal.
Insgesamt 19 junge Menschen aus Albanien, Kosovo, Moldawien, Rumänien, Brasilien, Libanon, Türkei, Bulgarien, Syrien, Ukraine und Russland sind Teilnehmende eines Integrationskurses, die mit vielen Fragen zu einem Austausch mit OB Wolfram Britz ins Rathaus kamen. Nachdem der Rathauschef einen kurzen Überblick über die Aufgaben der Stadt und seine Rolle als Oberbürgermeister gegeben hatte, startete er den Dialog und gratulierte seinen Gästen zu ihrem guten Deutschniveau: „Sprache ist elementar wichtig. Wenn man wenig versteht, kann man nicht so leicht Teil unserer bunten Gesellschaft werden.“ Der Oberbürgermeister betonte, wie wichtig ein respektvoller und inhaltlicher Dialog für eine funktionierende Gesellschaft – und damit auch für die Demokratie – sei. Das zeige sich gerade in schwierigen Zeiten. Auch die Stadt stehe vor großen Herausforderungen: Weil die finanzielle Lage angespannt sei, müsse zunehmend gespart werden. Kehl sei außerdem sehr schnell gewachsen; die Infrastruktur müsse erst noch angepasst werden, „das geht nicht von heute auf morgen“. Als Beispiel nannte OB Wolfram Britz den noch in diesem Jahr geplanten Spatenstich für 100 sozial geförderte Wohnungen in Schneeflären. Zwar verwalte die städtische Wohnbau dann rund 1000 Wohnungen, das reiche aber noch nicht aus: „In einer Stadt greifen viele Themen ineinander wie Zahnräder, die zusammen funktionieren müssen. Wichtig sind letztlich aber die Menschen in einer Stadt.“ Und er forderte die jungen Männer und Frauen auf, sich weiterhin zu informieren und für städtische Projekte zu interessieren.
Hintergrund
Ein Integrationskurs umfasst neben einem 600-stündigen Sprachkurs einen Orientierungskurs, in dem in hundert Unterrichtsstunden Grundlagen zu Politik, Geschichte und Gesellschaft in Deutschland vermittelt werden. Der Besuch im Kehler Rathaus ist Teil des Politikunterrichts. Den Abschluss eines Integrationskurses bildet der Test „Leben in Deutschland“, der auch als Einbürgerungstest bekannt ist.
Das Angebot an Integrationskursen sowie deren Teilnehmerzahlen waren zuletzt stark gesunken, weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Februar rückwirkend zum 1. Dezember 2025 einen Zulassungsstopp für mehrere Gruppen verhängt hatte. Dadurch wurden Anträge auf eine freiwillige Teilnahme von Geflüchteten aus der Ukraine, EU‑Bürgerinnen und -Bürgern, Asylsuchenden im laufenden Verfahren und Geduldeten abgelehnt. Dieser Stopp betraf rund 40 Prozent der bisherigen Teilnehmenden. Davon betroffen waren auch Menschen, die zu einer Teilnahme verpflichtet sind (beispielsweise Personen mit einer ersten Aufenthaltserlaubnis, anerkannte Geflüchtete, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, geduldete Personen). Zum 1. August wurde der Zulassungsstopp aufgehoben. Nun können – jedoch nur im Rahmen verfügbarer Plätze und begrenzter Haushaltsmittel – wieder Anträge gestellt werden. Vorrangig zugelassen werden Personen mit Aufenthaltserlaubnis sowie Deutsche und EU‑Bürgerinnen und -Bürger mit unzureichenden Deutschkenntnissen. Trotz Aufhebung des Stopps besteht keine Garantie auf einen Kursplatz, da die Mittel 2026 deutlich reduziert wurden.
