Aufbruch
Werner Ewers (1941 Kehl), Aufbruch, 2007
Werner Ewers hat das Kehler Kunstleben mit seinem Atelier in der Hauptstraße über vierzig Jahre bereichert. Geboren 1941 in Kehl bleibt er an seinem Heimatort und beginnt im reiferen Alter von vierzig Jahren sich bildhauerisch zu betätigen. Seine Ausbildung an der Ecole municipale des arts décoratifs in Straßburg erhält er Anfang der 60er Jahre und besucht später die Staatliche Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Zunächst wendet er sich jedoch der Graphik und Malerei zu. Ab 1983 stellt er seine Arbeiten überall aus, nur in der Ortenau nicht. Gleichwohl zeigt das Museum Hurrle in Durbach im Jahr 2016 Ewers‘ Werke in der Reihe „Profile der Kunst am Oberrhein“. Auf sein bevorzugtes Material – Schiefer – stößt Ewers durch einen Zufall, er kombiniert es mit Holz oder Filz, stets in sinnlich dem Körper abgeformter Weise, Kunst müsse man „begreifen“, so sein Credo. Für die Arbeit „Aufbruch“ vor der Kehler Stadthalle fügt er den Schiefer zu Beton, der einen schmalen Sehschlitz enthält. Als schmiege sich der Schiefer um den Beton, hat die Plastik zwei verschiedene Seiten, eine, wo der Schiefer größer wirkt und eine, wo er nur einen kleinen Teil ausmacht. Während dem Beton das glatte, klare, kalte zukommt, wirkt der Schiefer mit seiner gebogenen Form und rauen Oberfläche ganz unregelmäßig, so dass verschiedene Arten von Kanten und Spannung entstehen. Um den Sehschlitz herum ist der Beton farbig gestaltet in hellblau und weiß. Mit „Aufbruch“ will der Künstler eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schlagen.