Der blaue Stuhl
Friedrich Geiler, (1946 in Bühl / Baden), Der blaue Stuhl, 2004
Friedrich Geiler hat von Kehl am Rhein aus über 55 Jahre eine internationale Karriere als Künstler verfolgt. Nach einer Schreinerlehre schließt er sich als formbewusster Autodidakt der konstruktiven konkreten Kunstrichtung an, wie sie damals führend von den Schweizer Künstlern Richard Paul Lohse (1902-1988) und Max Bill (1908-1994) vertreten wird. Weltweit realisiert er über hundert Ausstellungen neben Messebeteiligungen und Werken im öffentlichen Raum. Der Hamburger Galerist Edward Meißner, der eine Siebdruckerei betreibt, fördert Geilers handwerklich präzises und findungsreiches, graphisches Werk, das sich durch feine Farbübergänge, eine auf der Geometrie beruhende Formsprache und Spielerisches auszeichnet. In Kehl befinden sich drei plastische Werke im öffentlichen Raum.In unmittelbarer Nähe zur Europabrücke mit einer Betonwand im Rücken ist Geilers überdimensionaler Stuhl positioniert. Er bezaubert mit seiner Schlichtheit, gerade Linien, wohlproportioniert, die Rückenlehne gibt es, die Sitzfläche bleibt ausgespart. Die farbige Bemalung ist bemerkenswert. Sie macht das Besondere aus, ein Bein in komplementärem Orange, während der Stuhl in kühlem Kobaltblau gehalten ist. Ein schräger Streifen in Orange stellt optisch eine Verbindung zum Stuhlbein her, und tanzt aus der parallelen Reihe neben gelb, grün und hellblau in Abstufungen.