Dreifaltigkeitsbrunnen

Friedrich Geiler (1946 in Bühl / Baden), Dreifaltigkeits-Brunnen, 1984

Friedrich Geiler verfolgt von Kehl am Rhein aus über 55 Jahre eine internationale Karriere als Künstler. Nach einer Schreinerlehre schließt er sich als formbewusster Autodidakt der konstruktiven konkreten Kunstrichtung an, wie sie damals führend von den Schweizer Künstlern Richard Paul Lohse (1902-1988) und Max Bill (1908-1994) vertreten wird. Weltweit kann Geiler über hundert Ausstellungen neben Messebeteiligungen und Werken im öffentlichen Raum realisieren. Der Hamburger Galerist Edward Meißner fördert sein handwerklich präzises und findungsreiches graphisches Werk, das sich durch feine Farbübergänge, eine auf der Geometrie beruhende Formsprache und Spielerisches auszeichnet. In Kehl befinden sich drei plastische Werke im öffentlichen Raum.Der Dreifaltigkeitsbrunnen „Im Kreise geteilt“ in unmittelbarer Nähe zur Kirche St. Nepomuk ist eine ebenso spannende wie einfach genial konstruierte Bronze-Arbeit, ein Kreis, der zwischen drei rechteckigen, im Ganzen ein Quadrat formenden Elementen zu schweben scheint. Der Kreis symbolisiert die Vollkommenheit. Die Rechtecke, die wie auch der Kreis den leeren Raum umschließen, lassen sich als Gottvater, Sohn und Heiliger Geist lesen, die in der Vollkommenheit des Kreises aneinander gebunden sind. Umrundet man den Brunnen, ergeben sich vielfältige Ansichten und Durchblicke. Die Verhältnisse der Linien und Durchblicke zueinander sind mal dichter, mal weiter oder sie überschneiden sich, je nach Standpunkt des Betrachters.