Zwei Musikanten
Wolfgang Binding (1937 München), Zwei Musikanten, 1987
Ab Mitte der 1980er Jahre kümmert sich der Förderkreis „Kunst für Kehl – Kehl für Kunst“ um die Finanzierung von Werken im öffentlichen Raum. Eine der ersten Bronzeplastiken sind die „Musikanten“ von Wolfgang Binding aus dem Jahr 1987. Binding wird 1937 in München geboren, wächst in Köln auf, studiert Bildhauerei in Düsseldorf und ist als Professor an der RWTH Aachen tätig. Sein Schaffen in Zeichnung und Bildhauerei bleibt im Figürlichen, immer versucht er, eine bestimmte Bewegung in ihrer Natürlichkeit einzufangen. Menschen, ein Mädchen beim Bockspringen oder eben Musikanten, und Tiere, Pferde, Geißen und andere, bestimmen das Werk, das von der Galerie Depelmann in Langenhagen verzeichnet wird.Die Arbeit ist auf der Art Basel 1987 zu sehen wird dort von den Akteuren des Förderkreises gesichtet. Bereits im September 1987 wird sie am jetzigen Standort aufgestellt und feierlich enthüllt. Die Arbeit zeigt einen Jungen auf einem Stuhl sitzend am Cello, ein Mädchen stehend an der Querflöte, der Junge vorne, das Mädchen hinter ihm. Das ist fraglos. Die Oberfläche ist unregelmäßig, das rechte Bein des Mädchens klemmt hinterm Stuhlbein. Während der Junge den Oberkörper leicht vorn beugt, neigt sich das Mädchen leicht zur Seite weg bei vorgestrecktem Bauch. Formal ist eine waagerechte Parallele in der Bogenhaltung und der Querflöte zu sehen, während der Hals des Cellos die Senkrechte betont. Alles ist auf das Verhältnis von Harmonie und Spannung ausgelegt, dem Bürgerlich-Althergebrachten verhaftet.