Neue OB in Straßburg

Catherine Trautmann ist neue Oberbürgermeisterin von Straßburg

Catherine Trautmann ist neue Oberbürgermeisterin von Straßburg. Am Samstagnachmittag (28. März) erhielt sie in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats 45 Stimmen, und damit exakt so viele, wie ihre Liste bei der Kommunalwahl an Sitzen gewonnen hat, und damit die absolute Mehrheit. 20 Beigeordnete bilden mit ihr die neue Stadtregierung Straßburgs. Vor der Wahl Catherine Trautmanns wurde ihre Vorgängerin Jeanne Barseghian von ihrer Funktion entbunden und nahm nach ihrer Abschiedsrede im Ratsrund Platz.

Catherine Trautmann (75) ist am Samstag für die nächsten sechs Jahre zur Oberbürgermeisterin von Straßburg gewählt worden. Foto: Jérôme Dorkel/Stadt Straßburg

Catherine Trautmann stellte in ihrer Antrittsrede Bürgernähe, Transparenz, den Dialog mit den zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren sowie die Rolle der Beigeordneten, die zugleich Beauftragte für die Straßburger Stadtteile sind, in den Mittelpunkt der kommenden Legislaturperiode. Sie versprach nachvollziehbare Entscheidungen, Ehrlichkeit und eine im Alltag verankerte Politik. Sie ging auch auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die gemeinsamen Projekte mit Kehl ein und betonte die Bedeutung der Kooperation "mit den Freunden in Kehl und ihrem Oberbürgermeister Wolfram Britz".

20 Beigeordnete bilden zusammen mit Catherine Trautmann die neue Straßburger Stadtregierung. Foto: Jérôme Dorkel/Stadt Straßburg

20 Beigeordnete und ihre Zuständigkeiten

Mathieu Cahn: Koordination der Stadtverwaltung und der für die Stadtviertel zuständigen Beigeordneten, Finanzen, Personal und Großveranstaltungen
 
Céline Geissmann: Erziehung und Bildung

Pierre Jakubowicz: Kultur

Pernelle Richardot: Handel, Handwerk und Tourismus

Mourad Oualit: Jugend, Vereine, Sozio-kulturelle Zentren, Erwachsenenbildung

Laure Pain: Solidarität und Inklusion

Paul Meyer: Nachhaltige Stadtentwicklung, Wohnen und resiliente Stadt

Françoise Bey: Natur in der Stadt, nachhaltige Entwicklung

Hakim Fadili: demokratische Erneuerung, Bürgerdialog

Christelle Sturtz Froehlicher: Gesundheit, Sport für Gesundheit, Barrierefreiheit

Jean-Baptiste Mathieu: Sport in der Stadt und Stadt in Bewegung

Julie Mulot: Digitalisierung, Sozial- und Solidarwirtschaft

Hervé Moritz: Internationale, europäische und grenzüberschreitende Beziehungen

Bahar Ceviz: Standesamt, Bevölkerung

Arieh Adida: Bevölkerungsschutz, Sicherheit, Öffentliche Ordnung

Carole Wenner: Bibliotheken, Kampf gegen Analphabetismus

Landdry Augier de Lajallet: Öffentlicher Raum: Parken, Mobilität, Beleuchtung, Messen und Märkte

Marie-No Gandzion: Gleichheit, Kampf gegen Diskriminierung und für Frauenrechte

Emilien Keller: Öffentliche Ausschreibungen

Delphine Bernard: Kleinkinder und Elternschaft

Hintergrund

Mit einem Stimmenanteil von 37 Prozent ist die Sozialistin Catherine Trautmann am Sonntag, 22. März, als klare Siegerin aus dem zweiten Wahlgang der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag hervorgegangen.
Die amtierende grüne Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian, die ihre Liste nach dem ersten Wahlgang mit der Linksaußenpartei LFI zusammengeführt hatte, landete mit 31,7 Prozent auf Platz zwei kurz vor Jean-Philippe Vetter von den Konservativen mit 31,3 Prozent.
Durch das in Frankreich geltende Mehrheitswahlrecht erlangte die Liste von Catherine Trautmann die absolute Mehrheit im neuen Gemeinderat der Stadt Straßburg. Daher bestand kein Zweifel daran, dass die ehemalige Ministerin und Europaabgeordnete – und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland – in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats zur Oberbürgermeisterin gewählt wird. Ein Umstand, der frankreichweit Schlagzeilen machte: Die 75-Jährige, die bereits von 1989 bis 1997 und von 2000 bis 2001 Oberbürgermeisterin der Europastadt war, kehrt 25 Jahre später in dieses Amt zurück.