Sommerbaustellen (mit Video)
Sommerpause Fehlanzeige: Städtische Baustellen laufen auf Hochtouren
Von wegen Sommerpause: Auf 22 Baustellen an und in städtischen Gebäuden ist das Gebäudemanagement der Stadt derzeit aktiv. Das Investitionsvolumen beläuft sich insgesamt auf fast zehn Millionen Euro. Am meisten Geld fließt dabei in die Falkenhausenschule: Die Grundschule am Altrheinufer wird für 4,2 Millionen Euro saniert und umgebaut. An zweiter Stelle folgt das Einstein-Gymnasium mit 1,43 Millionen Euro. Bei den Kindertageseinrichtungen führt die Kita Vogesenallee mit einer Investitionssumme von 680 000 Euro die Hitliste der teuersten Arbeiten an. In den Ortschaften sind es der Farrenstall in Auenheim (638 000 Euro) und das Gemeinschaftshaus in Bodersweier (550 000 Euro).
Großbaustelle Falkenhausenschule
Während die Räume im Erdgeschoss ebenso wie im ersten Stockwerk bereits fertiggestellt sind, liegen in den Etagen darüber noch die Backsteinmauern frei. Die Bauarbeiten laufen in den Sommerferien auf Hochtouren; die Arbeiter erledigen vor allem die Arbeiten, die mit viel Lärm und Staub verbunden sind. Von Ende November an, schätzt Michael Heitzmann, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, kann das zweite Stockwerk von der Schule wieder genutzt werden. Dann sind auch die Sanitäranlagen für die Jungen erneuert. Die Mädchen müssen dagegen noch etwas länger warten, weil ihre Toiletten direkt neben dem künftigen Aufzug liegen, der in einem eigenen kleinen Gebäudeteil untergebracht wird, wie Michael Heitzmann erläutert. Wann genau der Aufzug kommt, ist noch nicht klar: Dem Einbau gehen Abbrucharbeiten voraus, die mit entsprechender Lautstärke verbunden sind. Fertiggestellt sind im zweiten Obergeschoss bereits das Lehrerzimmer, die zugehörige Küche und der Raum mit den Computerarbeitsplätzen für die Lehrkräfte.
Im Dachgeschoss, wo die Räume bis in den Dachspitz geöffnet werden, entstehen vier Klassenzimmer sowie ein teilbarer Konferenz- und Veranstaltungsraum. Auch die Büros für die stellvertretende Schulleitung und die Schulsozialarbeit sind hier untergebracht. Komplex macht die Baustelle aber nicht nur, dass im laufenden Schulbetrieb gearbeitet werden muss, sondern zudem, dass die Falkenhausenschule unter Denkmalschutz steht. So werden die historischen Bodenfliesen ebenso erhalten, wie die braunen Hochglanzkacheln an den Flurwänden.
Einstein-Gymnasium
Bauarbeiten mit einem Gesamtwert von 1,43 Millionen Euro laufen derzeit im Einstein-Gymnasium. Das Geld fließt zum einen in die Cafeteria, die – nach 24 Jahren – zeitgemäß so umgestaltet wird, dass sich Schülerinnen und Schüler dort erholen und austauschen, aber auch lernen können. Dazu tragen variabel kombinierbare Tische ebenso bei wie sogenannte Bartische entlang der geschwungenen Glasfassade. Als Ergänzung entsteht ein Rückzugs- und Aufenthaltsbereich, für den bereits genutzte Sofas mit neuen Bezügen aufgearbeitet werden. Der direkt an die Cafeteria grenzende Nebenraum wird zum Lernraum mit zwei Bereichen: einem für Gruppen- und einem für konzentrierte Einzelarbeit. In der Lernecke schaffen Akustikelemente auf den Tischen Arbeitsnischen, in denen auch digitale Medien genutzt werden können.
Außerdem wurde in das ehemalige, wenig genutzte, grüne Atrium im naturwissenschaftlichen Trakt ein Kubus eingestellt, in dem der neue Oberstufenraum (NGO-Raum = Raum für die Neue Gymnasiale Oberstufe) untergebracht ist. Der Raum kann flexibel für konzentriertes Arbeiten, gemeinsames Lernen und die Gestaltung von Freistunden genutzt werden – er bietet den Oberstufenschülerinnen und -schülern einen eigenen von den übrigen Schulbereichen abgegrenzten Aufenthaltsort.
Kindertageseinrichtung Vogesenallee
Von Gerüsten und Netzen fast komplett umhüllt, ist derzeit die Kita Vogesenallee. Das 1992 errichtete Gebäude bekommt ein komplett neues Dach, das so verstärkt wird, dass eine Solaranlage aufgesetzt werden kann. Dazu mussten Stahlträger ins Gebäude und auf der Dachfläche eingezogen werden. Darüber hinaus erneuern die Handwerker die Dämmung und tauschen die Oberlichtfenster direkt unterhalb des Daches aus, die zudem mit einem Sonnenschutz versehen werden. Für die gesamte Baumaßnahme, die, wenn alles glatt läuft, Mitte November abgeschlossen ist, werden 680 000 Euro veranschlagt. Zum Vergleich: 1992 wurde die Kita für rund zwei Millionen Mark errichtet. Nach den Plänen des damaligen städtischen Hochbauamtsleiter Friedhelm Mündel wurden drei baugleiche Einrichtungen gebaut: Vogesenallee, Sankt Raphael und Goldscheuer.
Hitzeschutz in den Kitas
Das Gebäudemanagement hat nicht nur die Sommerferien dazu genutzt, um in den Kita-Gebäuden die Temperaturen zu überwachen, berichtet Michael Heitzmann. Mit den für 3500 Euro angeschafften Messgeräten werden die Temperaturverläufe seit Juni rund um die Uhr aufgezeichnet. Parallel dazu werden die jeweiligen Außentemperaturen erfasst. Die Werte fließen dann in eine Matrix ein, in der auch der Baumbestand und zum Bau der Kitas verwendete Baumaterialien eingetragen werden. Die Untersuchung dient später dem Gemeinderat als Entscheidungsgrundlage für weitere Hitzeschutzmaßnahmen an und in den KITA-Gebäuden.
Grundschule Kork
Mit Beginn des neuen Schuljahres wird die Grundschule Kork zur Ganztagsschule. Obwohl der Rechtsanspruch im neuen Schuljahr zunächst nur für die Erstklässler gilt, werden hier alle vier Klassenstufen einbezogen. Im Essraum wird eine Ausgabeküche aus Edelstahl eingebaut; jeweils 60 Kinder können hier in zwei Schichten essen. Mit einer Rampe ist der Zugang zu den Räumen für die Ganztagsbetreuung vom Außenbereich her barrierefrei gemacht worden. Zusammengenommen ergibt sich eine Investition von einer halben Million Euro.
Stadthalle
Weil sie in die Jahre gekommen sind, müssen die Leuchten im großen Saal der Stadthalle ausgetauscht werden. Nachdem für die Gestaltung der 1958 errichteten Halle noch ein Urheberrecht besteht (wie sich bei der Sanierung im Jahr 2000 herausgestellt hat), wird Besucherinnen und Besuchern der Unterschied zwischen den neuen und alten Lampen vermutlich kaum auffallen. Die Erneuerung kostet, inklusive Trafo, rund 160 000 Euro. Außerdem wurde auf der Dachfläche über dem Zedern- und Sitzungssaal eine Photovoltaikanlage für 30 000 Euro installiert.
Wärmepumpen, Photovoltaik, Nahwärme
Das Verwaltungsgebäude auf dem Kernstadtfriedhof wird über eine Wärmepumpe mit Heizenergie versorgt; das Gleiche gilt für die Kita Niedereich. Kosten: jeweils 120 000 Euro.
Beim Betriebshof Kehl finden Bohrungen für eine künftige Wasser-Wärmepumpe statt; bei der Mehrzweckhalle Kork für ein Nahwärmenetz. Kosten für beide Maßnahmen zusammen: 80 000 Euro.
Mit einer Photovoltaik-Anlage wird die Festhalle in Zierolshofen ausgestattet: 150 000 Euro.
Weitere Sommerbaustellen
In der Fahrzeughalle der Feuerwache werden Deckenstrahlplatten eingebaut und die Beleuchtung erneuert: 80 000 Euro.
Im (historischen) Rathaus I werden acht Büroräume kernsaniert und in 25 Büroräumen die Fenster aus Datenschutzgründen mit Folien versehen: 150 000 Euro. Außerdem werden die Rathäuser I und II mit neuen automatischen Schließanlagen ausgestattet: 70 000 Euro.
Das Rathaus in Auenheim bekommt einen barrierefreien Eingang über eine Rampe. Kosten: 140 000 Euro.
Der Duschbereich wurde in der Mehrzweckhalle Neumühl saniert. Kosten: 280 000 Euro.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an




