Sportplatzsanierungen

Sportplatzsanierungen in Leutesheim, Neumühl und Kehl

Für Fußballerinnen und Fußballer ist die Sommerpause eine willkommene Verschnaufpause. Für den städtischen Betriebshof und die Verantwortlichen der Vereine in Leutesheim, Neumühl und Kehl ist sie dagegen Hochsaison – und das ganz ohne Ball: In den beiden Ortschaften und im Kehler Rheinstadion werden über die Sommermonate vier Spielfelder saniert. Die Maßnahmen umfassen den Umbau eines Tennenplatzes in ein Naturrasenspielfeld, die Installation neuer Beregnungsanlagen und die Erneuerung eines Kunstrasenfeldes.

Für die neuen Spielfeldlinien schneiden Fachkräfte zuerst schmale Bahnen in den Kunstrasen, um anschließend passgenau Markierungsstreifen einzusetzen.

Eine der Kernaufgaben des städtischen Betriebshof ist es, öffentliche Freiräume bürgerfreundlich, nachhaltig und wirtschaftlich auszustatten. „Dass in diesem Rekordsommer gleichzeitig vier Sportplatzsanierungen umgesetzt werden, ist schon relativ sportlich“, fasst Frank Wagner, stellvertretender Betriebshofleiter, die aktuelle Situation zusammen. „Aber wir liegen zeitlich mit allen Projekten gut im Plan.“ Eines der beiden großen Projekte, die Erneuerung des Kunstrasenspielfelds im Rheinstadion, ist bereits weit fortgeschritten. Der alte Belag aus dem Jahr 2006 musste nach 20 Jahren intensiver Nutzung dringend ausgetauscht werden. Denn nicht nur die Nähte zwischen den Bahnen waren gerissen, auch der stark abgenutzte Rasenflor stellte ein zunehmendes Sicherheitsrisiko dar. Weil das 5800 Quadratmeter große Spielfeld das ganze Jahr über von vielen Sportvereinen und 29 Schulklassen genutzt wird, wünschte sich der Verein erneut ein Kunstrasenfeld. Dieses hält deutlich mehr Spielstunden aus als ein Naturrasenplatz, der nach starker Belastung oder bei extremen Wetterbedingungen wie Schnee oder Dauerregen Schonzeiten benötigt. Kunstrasen ist fast das ganze Jahr über bespielbar, bei Naturrasen ist nach rund 800 Stunden im Jahr Schluss.
Um die Bauzeitenpläne entsprechend der umfangreichen Nutzung im Stadion einhalten zu können und um den neuen Kunstrasenplatz so nachhaltig wie möglich zu gestalten, stimmte sich Frank Wagner eng mit Claus Haberecht, dem Ehrenpräsidenten des Kehler Fußballvereins, ab. Der neue Belag besteht aus biobasierten Fasern, die aus nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen hergestellt werden. Sowohl die Trägerkonstruktion als auch die Rückenbeschichtung sind aus einem Einkomponentensystem gefertigt, das später nicht extra getrennt werden muss. Das erleichtert das Recycling. Als Füllmaterial kommen mit Sand und Kork nur mineralische beziehungsweise biologische Materialien zum Einsatz: Sand sorgt für Stabilität, Kork für Dämpfung und eine kühlende Wirkung auf dem Spielfeld. Langfristig ist zudem die Pflanzung von Bäumen geplant, um die Verschattung auf dem gesamten Gelände mit seinen vier Plätzen zu vergrößern.

Mit schwerem Gerät wird der Untergrund modelliert, damit das neue Naturrasenfeld in Leutesheim optimal aufgebaut werden kann.

Auf dem Leutesheimer Sportplatz läuft aktuell ein noch aufwendigeres Sanierungsprojekt: Auf einem Spielfeld wurde lediglich die defekte Beregnungsanlage ersetzt; ihre erste Bewährungsprobe hat sie bei einem Heimspiel bereits bestanden. Auf einer anderen Fläche von 6400 Quadratmetern, auf der früher rote Tenne lag, entsteht dagegen ein komplett neuer Naturrasenplatz. Der Beschluss für diesen Umbau fiel bereits im September 2025, als Ortschaftsrat und Gemeinderat dem Ersatz des Tennenfeldes zustimmten. Dieses entsprach nicht mehr den aktuellen DIN-Normen. Statt den Tennenplatz kostspielig zu sanieren, sprach sich der Verein für einen Naturrasenplatz aus. Aus guten Gründen: Naturrasen bietet einen weicheren Untergrund, der die Verletzungsgefahr deutlich verringert. Außerdem ist er ökologisch wertvoll, da er Staub bindet, Schadstoffe filtert, Sauerstoff produziert und die Bodenstruktur stabilisiert. Bei richtiger Pflege ist ein Naturrasenplatz auch viel langlebiger als ein wartungsintensiver Tenneplatz, denn er regeneriert sich selbst und kann vom städtischen Betriebshof oder von regionalen Fachfirmen instandgehalten werden. Das spart zusätzlich Kosten. Die Arbeiten sollen im Oktober abgeschlossen sein. Der erste Spielbetrieb hängt vorranging von der Vegetation und somit dem Wachstum der neuen Rasendecke ab.
Zusätzlich wird in Leutesheim – wie zuvor bereits an den Sportplätzen in Auenheim und Sundheim sowie am KT-Platz – eine neue Wassertankstelle mit Schaltschränken im Außenbereich installiert. Der Vorteil: Die Gießfahrzeuge des Betriebshofs können künftig direkt Grundwasser tanken und müssen kein kostbares Trinkwasser mehr verwenden.

Der stellvertretende Betriebshofleiter Frank Wagner (rechts) hat die Planung des neuen Kunstrasenfeldes im Rheinstadion eng mit Claus Haberecht, dem Ehrenpräsidenten des Kehler Fußball Vereins, abgestimmt. 

Auf dem Neumühler Sportplatz ist die Baumaßnahme überschaubarer: Hier erhält der Naturrasenplatz eine neue Beregnungsanlage, da die alte nicht mehr funktionierte. Die erforderlichen Mittel für alle vier Maßnahmen wurden im Doppelhaushalt 2026 vom Gemeinderat beziehungsweise den Ortschaftsräten genehmigt. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 1,16 Millionen Euro. Der Kunstrasenplatz im Rheinstadion schlägt mit rund 318 000 Euro zu Buche, eine kommunale Förderung spart rund 84 000 Euro im städtischen Haushalt. Die Kosten für die Beregnungsanlagen in Neumühl und Leutesheim belaufen sich auf jeweils rund 99 000 Euro, während der Sportrasenplatz in Leutesheim den größten Posten ausmacht: Für Planung und Baukosten müssen insgesamt rund 644 000 Euro aufgewendet werden, wobei das Land Baden-Württemberg den Bau mit Fördermitteln in Höhe von 100 000 Euro unterstützt.