Wartung der Kehler Pumpwerke

Für trockene Keller: Stromaggregate der städtischen Pumpwerke gewartet

Das massive Stromaggregat des Schuttermühlkanalpumpwerks zeigt eindrucksvoll, welche Kräfte nötig sind, um Millionen Kubikmeter Wasser zu bewegen.

Maschinen brauchen Pflege. Besonders dann, wenn sie wie das Schuttermühlkanalpumpwerk am Rande des Hafenbeckens oder das Drainagepumpwerk in der Kinzigallee dafür sorgen, dass die Füße der Kehlerinnen und Kehler trocken bleiben. Nachdem im Frühjahr 2024 eine aufwendige Sanierung der Pumpen im Hafengebiet durchgeführt worden war, stand nun die Wartung der Stromaggregate an.

Das Schuttermühlkanalpumpwerk im Hafengebiet ist mit seiner in Blauabstufungen gehaltenen Fassade schon von Weitem zu erkennen. Im Inneren des Gebäudes geht es nicht minder beeindruckend zu: Ein Dauerschöpfwerk befördert mithilfe von zwei Schneckentrogpumpen Wasser aus dem Schuttermühlkanal um etwa fünf Meter nach oben und leitet es in den Rhein ab. Übersteigt das anfallende Regenwasser die Kapazität dieser beiden Pumpen, wird es automatisch zur Zwischenlagerung in ein Überlaufbecken geleitet. Von dort können vier leistungsstarke Propellerpumpen jeweils bis zu 3000 Liter pro Sekunde in das Hafenbecken befördern. Es sind enorme Mengen an Wasser – je nach Witterung zwischen 3,5 und 6,5 Millionen Kubikmeter – die jährlich auf diese Weise in den Rhein bewegt werden, um zu verhindern, dass sich Kehl bei Starkregen in eine Seenlandschaft verwandelt.
Doch auch ohne größere Niederschläge kann Kehl auf sein Pumpwerk im Hafen nicht verzichten. Seit dem Bau der Staustufe Gambsheim im Jahr 1974 sind die Wasserstände des Rheins dauerhaft erhöht, sodass Wasser nicht mehr über seinen natürlichen Weg in den Rhein abfließen kann. Das Schuttermühlkanalpumpwerk hebt das Wasser deshalb um rund fünf Meter an. Der Bau der Staustufe und der wasserdurchlässige Untergrund haben zudem dazu geführt, dass der Grundwasserspiegel im Kehler Stadtgebiet um etwa 1,80 Meter gestiegen ist. Um Keller und Straßen trocken zu halten, wurden zwei Anlagen zur Grundwasserabsenkung errichtet, die den Grundwasserspiegel dauerhaft auf dem Niveau von 1974 halten. Eine dieser Anlagen ist das Drainagepumpwerk mit vier Pumpen hinter dem Studentenwerk an der Kinzigallee.
Im Rahmen der jüngsten elektromechanischen Ertüchtigung wurden nun die beiden Stromaggregate der für Kehl so wichtigen Anlagen umfassend überholt. Das Aggregat, das mit einer Leistung von rund 1200 Kilowatt die Propellerpumpen des Schuttermühlkanalpumpwerks antreibt, erhielt frisches Motorenöl sowie neue Kraftstofffilter. Die Luftfilter wurden gereinigt, weitere Filter ausgebaut, gesäubert und wieder eingesetzt. Zudem wurde der Öl-Siebfiltereinsatz erneuert; der gereinigte alte Einsatz steht nun als Ersatzteil zur Verfügung. Am Notstromaggregat des Drainagepumpwerks an der Kizigallee wurden defekte Hardykupplungen ersetzt sowie Öl-, Kraftstoff- und Luftfilter erneuert. Auch hier wurde das Motorenöl gewechselt.

3000 Liter Wasser pro Sekunde und pro Pumpe können diese vier Propellerpumpen in das Hafenbecken befördern.

Hintergrund

Zur Kehler Grundwasserhaltungsanlage, die der Bund von 1973 bis 1974 zum Schutz der Stadt vor ansteigendem Grundwasser errichtete und die 1995 von der Stadt übernommen wurde, gehören neben dem Drainagepumpwerk an der Kinzigallee und dem Schuttermühlkanalpumpwerk insgesamt 19 Tiefbrunnen, vier Einleitstellen in Hafen, Rhein und Kinzig, zwei Dichtwände zur Verringerung des Einsickerns von Flusswasser in das Grundwasser, vier Steuerpegel sowie eine Drainageleitung entlang der Kinzig.
Tiefbrunnen, Drainageleitung und Drainagepumpwerk sorgen im Einflussbereich des Rheins sowie im nördlichen Bereich der Kinzig dafür, erhöhte Grundwasserstände zu reduzieren. Das Schuttermühlkanalpumpwerk wiederum pumpt das im Schuttermühlkanal anfallende Regenwasser in das Hafenbecken.