Feuerwerksmüll
Noch mehr Feuerwerk als 2025: Betriebshof kämpft mit dem Silvestermüll
Zwar ist die Silvesternacht für die Feuerwehr relativ ruhig geblieben, doch kämpfen die Mitarbeitenden des Betriebshofs mindestens noch bis Sonntag gegen Unmengen von liegengelassenem Feuerwerksmüll. Nach Einschätzung von Frank Wagner haben Kehlerinnen und Kehler noch mehr Raketen in den Nachthimmel geschickt als im Vorjahr, als ein Rekordaufkommen an Böllerresten zu verzeichnen war. Die Müllansammlungen zeigen für den stellvertretenden Betriebshofleiter zudem: Über den Marktplatz hinaus wurden die Feuerwerksverbotszonen offenbar wenig respektiert.
Die Böllerverbotszonen in der Innenstadt haben zu einer Verlagerung des Geschehens geführt: Weil auf dem Marktplatz keine Feuerwerkskörper gezündet werden dürfen, wurden vor dem Kulturhaus, auf dem Läger und um die Stadthalle umso mehr davon abgebrannt. Weitere von Fans der Silvesterknallerei stark frequentierte Bereiche waren die Passerelle des deux Rives, der Garten der zwei Ufer und das Umfeld der Villa Schmidt. Im Wohngebiet Schneeflären wurden – auch in direkter Nachbarschaft zum Seniorenpflegeheim – ebenso erhebliche Mengen an Feuerwerksmüll festgestellt wie im Bereich des Einstein-Gymnasiums inklusive des Roten Platzes.
Bei den Ortschaften sticht bei diesem Jahreswechsel nach Beobachtung der Mitarbeitenden des Betriebshofs Auenheim besonders hervor: Dort wurde das neue Jahr offenbar so heftig begrüßt, dass in einigen Häusern die Fensterscheiben vibrierten. Mehr als im vergangenen Jahr wurde wohl auch in Bodersweier und Kork geböllert – in Kork ebenfalls unmittelbar im Umfeld des Seniorenheims Sonnenhaus. In Goldscheuer hielt sich die Begrüßung von 2026 mit Feuerwerk in einem ähnlichen Rahmen wie beim vergangenen Jahreswechsel.
Bei der Stadt verursacht die Beseitigung der Reste vom Silvesterfest erheblichen finanziellen Aufwand; für die Mitarbeitenden bedeutet der übers gesamte Stadtgebiet und bis in die Landschaftsräume hinein verteilte Feuerwerksmüll auch arbeitstechnisch eine hohe Zusatzbelastung: Bereits am Neujahrs waren drei Mitarbeitende jeweils sechs Stunden im Einsatz und haben rund fünf Kubikmeter Böllerreste eingesammelt. Bis die Kernstadt und die Ortschaften wieder einigermaßen gesäubert sind, müssen wohl mindestens 150 Arbeitsstunden aufgewendet werden. Dazu kommen die Kosten für die Fahrzeuge und die Entsorgung des Feuerwerksmülls.
Kälte und Schneefall erschweren die Arbeit des Betriebshofs zusätzlich, weil in den letzten Nachtstunden auch der Winterdienst geleistet werden muss. Mitarbeitende, die hier im Einsatz sind, fallen für die Stadtreinigung aus.
Tritt der angekündigte Schneefall ein, sind die Müllansammlungen zum einen für die Mitarbeitenden schlechter auszumachen, zum andern sorgen Minusgrade in der Nacht dafür, dass der Unrat festfriert. „Bis einschließlich Sonntag wird auf jeden Fall ein Teil der Kolleginnen und Kollegen noch mit den Folgen der Silvesternacht beschäftigt sein“, erklärt Frank Wagner.
Vier Feuerwehreinsätze
Dreimal musste die Feuerwehr kurz nach Jahresbeginn Mülleimerbrände – im Sundheimer Feld, Am Läger und in der Vogesenallee – löschen. Brandursache waren jeweils Feuerwerkskörper. In Marlen war kurz nach Mitternacht ein Müllbehälter unter einem Carport in Brand geraten; bis die Feuerwehr eintraf, hatten die Bewohner das Feuer bereits gelöscht.


