Baumpflege hinter dem Rathaus
Baumpflege hinter dem Rathaus: Platane wird auf Bauarbeiten vorbereitet
Wer am Dienstag (27. Januar) hinter dem Rathaus unterwegs war, konnte es kaum übersehen: Ein Bereich auf dem Areal war abgesperrt, ein Hubwagen stand bereit und es wurde fleißig gearbeitet. Der Grund dafür waren Pflegearbeiten an den Bäumen rund um das Rathaus. Im Mittelpunkt stand dabei eine große Platane auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude. Sie muss auf die geplanten Bauarbeiten für das neue Verwaltungsgebäude vorbereitet werden, die voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen sollen. Dabei ist eines besonders wichtig: Der Baum soll erhalten bleiben.
„Hätten wir es nicht mit einer Platane zu tun, müsste der Baum vermutlich gefällt werden“, erklärte Kevin Lösch, städtischer Fachagrarwirt für Baumpflege. Mit Motorsäge und Handsäge kürzte er die Krone des Baumes aus einem Arbeitskorb heraus. Dabei wurde vor allem auf der vom Rathaus abgewandten Seite gearbeitet. Ziel war es, die sogenannte Segelfläche zu verkleinern, damit der Baum künftig weniger anfällig für Sturm und Stress ist. Insgesamt wurde die Krone um etwa zehn bis 15 Prozent reduziert.
Auch unter der Erde sind Vorbereitungen nötig. Das Wurzelwerk eines Baumes reicht ungefähr so weit wie seine Krone. Da der Neubau bis an den Parkplatz heranreichen wird, müssen der Boden und die Wurzeln der Platane frühzeitig berücksichtigt werden – bereits eine Vegetationsperiode vor dem eigentlichen Baubeginn. In den kommenden Wochen wird deshalb ein schmaler Graben angelegt, um den Verlauf der tragenden Wurzeln sichtbar zu machen. Es ist möglich, dass eine dieser Wurzeln im späteren Baubereich liegt und gekürzt werden muss. Um den Baum dabei zu schützen, wird ein sogenannter Wurzelvorhang eingerichtet. Die freigelegten Wurzeln werden fachgerecht geschnitten, geschützt und mit einem feuchten Vlies sowie Substrat abgedeckt. So bleiben sie während der Bauarbeiten gut versorgt und können sich erholen.
Neben diesen Vorbereitungen erhielt die Platane auch ihre reguläre Pflege: Totholz und sich kreuzende oder reibende Äste wurden entfernt, außerdem wurde der Baum auf die Platanenkrankheit Massaria untersucht. Auch die benachbarte große Buche wurde von Totholz befreit. An den jungen Erlen, die auf dem Weg vom Rathausplatz zur Friedrichstraße stehen, wurden die unteren Äste entfernt, damit ausreichend Platz und Sicht für Verkehr und Fußgänger bleibt. Im Fachjargon spricht man von Lichtraumprofil. Mit all diesen Maßnahmen stellen die städtischen Fachagrarwirte für Baumpflege um Kevin Lösch sicher, dass die Bäume rund um das Rathaus gesund bleiben und die Platane auch nach dem Verwaltungsneubau ein fester Bestandteil des Stadtbildes ist.
