Wirtschaftsförderung
Wirtschaftsförderung setzt auf mehr Austausch und lädt Unternehmen zum Mitgestalten ein
Unternehmerforen, Afterwork-Angebote, Berufsinfotage und ein Firmenlauf – um den Wirtschaftsstandort Kehl nachhaltig zu stärken, plant die Wirtschaftsförderung Kehl für 2026 mehr Veranstaltungen und Dialogformate als im Vorjahr. Geschäftsführer Christoph Hodapp blickte im Rahmen eines Treffens des Beirats der Wirtschaftsförderung auf das vergangene Jahr zurück und stellte die geplanten Schwerpunkte vor. Oberbürgermeister Wolfram Britz betonte: „Unsere Stadt wirtschaftlich voranzubringen, muss unser gemeinsames Ziel sein.“ Der regelmäßige Dialog zwischen Stadt und Unternehmen sei dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Zu insgesamt 21 Veranstaltungen hatte die Wirtschaftsförderung im Jahr 2025 eingeladen. Dazu zählten unter anderem der Einzelhandelsdialog, der Kehler Afterwork auf dem Marktplatz, die Berufsinfotage in der Tulla-Realschule, verschiedene Unternehmerforen sowie die Freiluftausstellung „Kehler Berge“. Für 2026 plant Christoph Hodapp rund 30 Events. So wird am 13. Juni erstmals der Firmenlauf „Kehler Wirtschaft läuft“ veranstaltet, zu dem alle Kehler Unternehmen eingeladen werden. Der Kehler Afterwork soll künftig monatlich stattfinden. Neben Netzwerk- und Informationsformaten setzt die Wirtschaftsförderung auf weitere Impulse, die die wirtschaftliche Attraktivität Kehls steigern sollen. In der Richard-Wagner-Straße soll in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das weltweit flexible Arbeitsplätze anbietet, ein sogenannter Co-Working-Space entstehen. Die vergleichsweise geringen Kosten für Arbeitsplätze sollen Unternehmensgründungen erleichtern. Darüber hinaus soll die Grenznähe Kehls stärker in den Fokus rücken und die Rheinstadt als grenzüberschreitender Konferenz- und Messestandort positioniert werden. Auch das geplante Gewerbegebiet in Neumühl sprach Christoph Hodapp an: Derzeit lässt die Stadtverwaltung in einer Machbarkeitsstudie prüfen, ob es grundsätzlich ans Schienennetz angeschlossen werden kann. Die Wirtschaftsförderung sucht deshalb nach Firmen, die hierfür einen Bedarf sehen.
Wie Unternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften unterstützt werden können, war ebenfalls Thema. In der Iringheimer Straße plant die städtische Wohnbau den Neubau eines Gebäudes mit 85 Wohneinheiten. Hier soll geprüft werden, ob zusätzlich Wohnungen für Mitarbeitende mit einem Betriebskindergarten kombiniert werden könnten. Der Bedarf sei vorhanden, sagte Christoph Hodapp: „Es gibt genug Anfragen, so dass der Betriebskindergarten direkt eröffnen könnte.“
Um die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zu steigern, kann sich Christoph Hodapp Ortsticker – digitale Informationstafeln – in der Innenstadt und an den Ortseingängen vorstellen, die über Angebote, Veranstaltungen und Nachrichten in Kehl informieren und auch Unternehmen eine Plattform bieten könnten.
Zum Abschluss des Treffens wählte der Beirat der Wirtschaftsförderung einen neuen Aufsichtsrat. In das Gremium berufen wurden Marco Feit von der Volksbank Bühl, Prof. Dr. Jochen Bauerreis von der Anwaltskanzlei abci sowie Sebastian Huth von Huth Communication. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Oberbürgermeister Wolfram Britz. Die Wirtschaftsförderung Kehl GmbH wird als öffentlich-private Partnerschaft zu fast gleichen Teilen von Stadt und den Unternehmen finanziert. Im Beirat sollen unternehmerische Perspektiven mit städtischen Zielen vereint, der Dialog erleichtert und die Stadt als Wirtschaftsstandort vorangebracht werden. Derzeit sind 45 Unternehmen Mitglied. Wolfram Britz rief dazu auf, weitere Unternehmen für den Beirat anzuwerben: „Wenn unser Netzwerk wächst, wird auch die Wirtschaftsförderung noch schlagkräftiger.“
