Fake News

Fake News erkennen: Jugendliche auf dem Weg zum Faktenchecker

Wie erkennt man Fake News, KI-generierte Fotos und sogenannte Deep Fakes? Damit hat sich eine Gruppe von Jugendlichen in der Mediathek auseinandergesetzt. „Es war sehr schwer, Fälschungen zu erkennen“, zieht eine Teilnehmerin nach zwei intensiven Stunden das Fazit für die Gruppe. Doch mit den Tipps, die sie bekommen haben, wollen alle dranbleiben und den Weg weitergehen, um zu Fakten Checkern zu werden.

Am Lernbuffet des Freiburger Regierungspräsidiums konnten sich die Jugendlichen die Aufgaben zum Faktencheck aussuchen und auf den zugehörigen Tablets bearbeiten.

Mediatheksleiterin Sonja Kuhlmann hatte zum Termin das sogenannte Lernbuffet "Echt jetzt?" der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen des Regierungspräsidiums Freiburg ausgeliehen. Wie an einem Buffet üblich, konnten sich die Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 16 Jahren an sechs Stationen die Aufgaben aussuchen, die sie lösen wollten. So galt es zum Beispiel, aus einer Reihe von zwölf Bildern die Fälschungen herauszufiltern. Das Quiz konnte mehrmals – mit unterschiedlichen Fotos – gemacht werden und die Jugendlichen wurden mit etwas Übung schnell ziemlich treffsicher.
An anderen Stationen des Lernbuffets lernten die Jungen und Mädchen in Kleingruppen, wie sie Schritt für Schritt prüfen können, ob eine Meldung wahr oder erfunden ist. Ihre wichtigsten Erkenntnisse: nicht nur Überschriften lesen, sondern den ganzen Text, Quelle und Datum prüfen, andere Internetseiten checken und genau hinschauen, ob es sich um einen Scherz oder um Satire handelt.

Ganz schön knifflig: Aus unterschiedlichen Reihen von zwölf Fotos mussten die Jugendlichen jeweils diejenigen herausfiltern, die nicht echt, also KI-generiert waren.

Hilfestellung gab das Lernbuffet auch im Umgang mit Verschwörungserzählern. Die Gruppe lernte den sogenannten Backfire-Effekt kennen, der besagt, dass Verschwörungstheoretiker ihre Meinung mitunter noch verfestigen, wenn versucht wird, diese mit Fakten zu widerlegen. Oder den Confirmation Bias, wonach Menschen dazu neigen, Informationen im Netz so auszuwählen und zu interpretieren, dass sie sich in ihrer Sichtweise bestätigt fühlen. Das gelingt ihnen auch daher oft gut, weil Wissenschaftler im Internet deutlich weniger veröffentlichen als Verschwörungserzähler. "Deshalb findet man häufiger falsche Informationen“, erkannten die Jugendlichen.
Für ihre eigenen Aktivitäten in den sozialen Medien bekamen sie im Lernbuffet ebenfalls wichtige Hinweise, zum Beispiel darüber, wann Fotos von anderen Personen – oder von ihnen selbst – veröffentlicht werden dürfen und wann nicht.

Wenn es Fragen zu einzelnen Aufgaben beim Lernbuffet gab, stand Mediatheksleiterin Sonja Kuhlmann den Schülerinnen und Schülern gerne zur Seite.

Es war nicht das erste Mal, dass die Jugendgruppe mit ihren beiden Leiterinnen, Franziska Frech und Lisza Konway, sich mit Fake News beschäftigt hat: Im Herbst vergangenen Jahren hatten sich die neun Mädchen und Jungen von Sonja Kuhlmann ins Thema einführen lassen (und außerdem die Mediathek erkundet). Der Vortrag hat sie so neugierig gemacht, dass sie am Thema dranbleiben und sich zu Fakten Checkern weiterbilden möchten.