Landtagswahl

Enges Landtagswahlergebnis: CDU und AfD fast gleich auf, die Grünen knapp dahinter

Kehl hat gewählt: Mit 25,1 und 25 Prozent liegen CDU und AfD in der Wählergunst fast gleichauf. Die Grünen als Wahlsieger im Land kommen in der Rheinstadt auf einen Stimmenanteil von 24,3 Prozent. Die SPD erreicht 7,3 Prozent und die FDP wäre, wenn es nach den Kehler Wahlberechtigten ging, mit ihrem Ergebnis von 6,2 Prozent weiterhin im Landtag. Die Linke kommt auf vier, das BSW auf 2,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung in der Gesamtstadt liegt bei 59,7 Prozent.

Gesamtergebnis

Bei den Erststimmen geht die CDU-Kandidatin Dr. Katrin Merkel in Kehl mit 24,7 Prozent der Stimmen als Wahlsiegerin hervor, dicht gefolgt von AfD-Kandidat Thomas Kinzinger mit 24,3 Prozent. Die FDP-Direktkandidatin Sanja Tömmes, die in Kehl Stadträtin und in Auenheim Ortsvorsteherin ist, kann 12,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen.

Im Vergleich zur Landtagswahl von 2021 kann die CDU in Kehl 2,2 Prozent an Stimmen gewinnen. Bündnis 90/Die Grünen, welche die Wahl vor fünf Jahren in Kehl mit 31,9 Prozent klar für sich entschieden hatten, büßen 7,6 Prozent ein. Die SPD, 2021 mit 11,3 Prozent noch zweistellig, verliert 4,3 Prozent. Den Freien Demokraten kommen in Kehl im Vergleich zur letzten Landtagswahl fast ein Drittel ihrer Wählerinnen und Wähler abhanden; ihr Verlust summiert sich auf 3,4 Prozent. Betrachtet man die Stimmenzuwächse, ist die AfD die klare Wahlgewinnerin in der Rheinstadt; sie fährt ein Plus von 12,7 Prozent ein.

Die Wahlbeteiligung steigt von 53,7 vor fünf Jahren auf 59,7 Prozent.

Die AfD geht in 17 von 27 Wahlbezirken (elf in den Ortschaften und sechs in der Kernstadt) als Siegerin hervor. Ihre besten Wahlergebnisse erreicht sie in der Kernstadt in den Wahlbezirken Hebelschule II und III mit einem Stimmenanteil von 41,1 und 38,4 Prozent. Im Wahlbezirk Goldscheuer II fährt die AfD mit 41,7 Prozent ihr bestes Ergebnis in ganz Kehl ein. Die wenigsten Wählerstimmen kann die AfD mit 12,4 Prozent in Zierolshofen und mit 15,6 Prozent im Wahlbezirk Falkenhausenschule auf sich vereinigen.

In sechs Wahlbezirken (vier in der Kernstadt und zwei in den Ortschaften) gehen die Grünen als Sieger hervor: Ihr bestes Ergebnis erreichen sie im Wahlbezirk Falkenhausenschule mit 42,2 Prozent. Im Kronenhof und im Bezirk Wilhelmschule I kommen sie auf 32,2 und 31,5 Prozent. In den Ortschaften liegen sie in Leutesheim mit 28,4 und im Wahlbezirk Kork I mit 27,1 Prozent vorne. Die wenigsten Grünwählerinnen und -wähler gibt es im Bezirk Hebelschule II (18,4 Prozent) sowie in Bodersweier (15,5 Prozent).

Die CDU gewinnt bei der Landtagswahl in Kehl vier Wahlbezirke: Ihre Hochburg liegt in Zierolshofen, wo sich 38,8 Prozent der Wählerinnen und Wähler für sie entscheiden. In Querbach sind es 33,3 Prozent und im Wahlbezirk Schule Sundheim 29,4. Ihre schlechtesten Ergebnisse fahren die Christdemokraten in den Wahlbezirken Auenheim I mit 17,4 Prozent und Hebelschule I mit 14,7 Prozent ein.

Zum Stand der Wahlergebnisse

Ergebnis Ortschaften

In Hohnhurst waren um 18.44 Uhr und damit zuerst alle Stimmen ausgezählt: Im Gegensatz zum Landestrend liegt hier die CDU mit 28,9 Prozent vor den Grünen mit 26,4 Prozent, die FDP wäre mit 8,3 Prozent im Landtag, die AfD übertrifft ihr vorläufiges landesweites Ergebnis mit 19,8 Prozent.
 
Das Ergebnis aus Bodersweier II läuft um 18.51 Uhr als zweites im Rathaus ein: Wahlgewinnerin ist hier die AfD mit 29,4 Prozent. Die CDU liegt mit 29 Prozent deutlich vor den Grünen mit 15,5 Prozent, die SPD erreicht 9,1 Prozent und die FDP 6,7 Prozent.
 
Auch im Bezirk Bodersweier I liegt die AfD mit 30 Prozent auf Platz eins in der Wählergunst. Die CDU erreicht einen Stimmenanteil von 28 Prozent, die Grünen kommen auf 17,9 Prozent. Die FDP kann 7,3 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen, die SPD 6,8 Prozent.
 
In Auenheim II erringt die AfD mit 29,1 Prozent ebenfalls die meisten Stimmen, die CDU kommt auf 22,9 Prozent, die Grünen erreichen 18,4 Prozent. Die FDP erhält 9,8 Prozent der Zweitstimmen; die Direktkandidatin der Liberalen, Ortsvorsteherin Sanja Tömmes, bekommt mit 31,4 Prozent den höchsten Erststimmenanteil. AfD-Kandidat Thomas Kinzinger liegt mit 28,1 Prozent auf Platz zwei.
 
Der Wahlbezirk Auenheim I zeigt eine ähnliche Stimmenverteilung: Die AfD liegt mit 28,4 Prozent auf Platz eins, Grüne und CDU erreichen 18,1 und 17,4 Prozent der Wählerstimmen. Dass die FDP einen Stimmenanteil von 14,9 Prozent schafft, dürfte ebenfalls damit zu tun haben, dass Sanja Tömmes als Direktkandidatin antrat: Sie kann 33,7 Prozent der Erststimmen holen. Die SPD kommt auf 6,8 Prozent, die Freien Wähler schaffen 5,6 Prozent.
 
Im Wahlbezirk Goldscheuer I liegt ebenfalls die AfD mit 31,3 Prozent auf Platz eins; die Grünen übertreffen mit 25,7 Prozent die CDU mit 21,4. Die SPD bleibt mit 4,4 Prozent unter der Fünf-Prozent-Marke. Die FDP kommt auf sechs Prozent.
 
Auch im Bezirk Goldscheuer II liegt die AfD mit deutlichem Abstand und einem Ergebnis von 41,7 Prozent vorne. Die CDU und die Grünen landen abgeschlagen mit 19,9 und 18,1 Prozent auf den Plätzen zwei und drei. Alle anderen Parteien bleiben unter vier Prozent.
 
In Kittersburg liegt die AfD mit 30,6 Prozent knapp vor der CDU mit 29,1 Prozent. Die Grünen können 21,5 Prozent der Zweitstimmen auf sich vereinigen. Die FDP erreicht 6,4 Prozent, die SPD bleibt mit 4,2 Prozent unter der Fünf-Prozent-Marke.
 
In Marlen liegt die AfD mit 32,8 Prozent deutlich vor der CDU mit 24,7 und den Grünen mit 22,4 Prozent. Während die FDP noch 6,7 Prozent erreicht, stürzt die SPD auf 3,5 Prozent ab.
 
In Odelshofen liegt die AfD mit 31,1 Prozent knapp vor der CDU mit 29,6 Prozent; die Grünen kommen mit 20,4 Prozent auf Platz drei. Die FDP erreicht einen Stimmenanteil von 7,1 Prozent und lässt die SPD mit 4,6 Prozent hinter sich.
 
Als CDU-Hochburg erweist sich Zierolshofen, wo die Christdemokraten mit 38,8 Prozent ihr bestes Ergebnis holen. Die Grünen kommen mit 25,3 Prozent auf Platz zwei, die AfD landet mit 12,4 Prozent abgeschlagen auf dem dritten Platz, vor der FDP mit 9,4 Prozent. Die SPD (4,1 Prozent) bleibt wie die Linke (2,9 Prozent) unter der Fünf-Prozent-Marke.
 
Mit 27,1 Prozent sind die Grünen im Bezirk Kork I stärkste Kraft, gefolgt von der AfD mit 24,1 Prozent und der CDU von 20,5 Prozent. Die SPD erreicht 8,1 Prozent, die FDP 6,1 und die Linke 5,3 Prozent.
 
Im zweiten Korker Wahlbezirk erringt die AfD mit 29,5 Prozent den höchsten Stimmenanteil; dahinter folgen die Grünen mit 25,5 und die CDU mit 24,2 Prozent. Die SPD erreicht 6,3 Prozent. Linke (vier) und FDP (3,4) bleiben unter der Fünf-Prozent-Marke.
 
In Querbach erreicht die CDU mit 33,3 Prozent den Spitzenplatz, auf Platz zwei kommt die AfD mit 24,4 Prozent, die Grünen platzieren sich mit 22,9 Prozent an dritter Stelle. SPD (vier Prozent) und FDP (mit 4,5 Prozent) bleiben unter der Fünf-Prozent-Marke.
 
29 Prozent der Stimmen entfallen in Neumühl auf die AfD, 23,9 Prozent auf die CDU und 23,5 auf die Grünen. FDP und Linke bleiben unter fünf Prozent, die SPD kommt auf 5,5 Prozent.
 
In Leutesheim sind die Grünen mit 28,4 Prozent Wahlsieger und lassen die CDU mit 23 und die AfD mit 20,1 Prozent hinter sich. Die SPD erreicht mit 10,8 Prozent ein zweistelliges Ergebnis, die FDP kommt auf 6,5 Prozent.

254 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer

In den 27 Wahllokalen sind 190 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im Einsatz. Hinzu kommen 64 Ehrenamtliche, die in der Stadthalle die per Briefwahl abgegebenen Stimmen auszählen. Die Auszählung in den Wahllokalen und in der Stadthalle ist öffentlich.

Das Institut Infratest dimap hat die Kulturfabrik in Goldscheuer als eines von landesweit 200 Wahllokalen für eine Nachwahlerhebung (Exit Poll genannt) ausgewählt. Nach dem Urnengang wurden Wählerinnen und Wähler gebeten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen und Angaben zu ihrer Person (Alter, Geschlecht und Schulabschluss) sowie zu ihrer Wahlentscheidung zu machen. Die Teilnahme war freiwillig und anonym. Anhand dieser Angaben (sowie derer aus den übrigen 199 Wahllokalen) wurde anschließend eine Prognose zum Ausgang der Landtagswahl errechnet. Die Hochrechnung wurde um 18 Uhr in der ARD ausgestrahlt.