Beirat für Menschen mit Beeinträchtigungen setzt Impulse für mehr Barrierefreiheit und Teilhabe

Beirat für Menschen mit Beeinträchtigungen setzt Impulse für mehr Barrierefreiheit und Teilhabe

Vor und neben dem Bürgerservice mit Ausländerbüro in der Großherzog-Friedrich-Straße soll es barrierefreie Parkmöglichkeiten geben.

Der Beirat für Menschen mit Beeinträchtigungen hat sich in Kehl als wichtige Stimme für Barrierefreiheit und gleichberechtigte Teilhabe etabliert. Seine Empfehlungen fließen regelmäßig in die Planungen der Stadtverwaltung ein. Auch in der jüngsten Sitzung standen konkrete Herausforderungen im Alltag von Menschen mit Beeinträchtigungen im Mittelpunkt, von der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs über bauliche Maßnahmen bis hin zu digitalen Barrieren bei Verwaltungsabläufen.

Ein zentrales Thema war der Sachstandsbericht von Michael Heitzmann, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, zu Projekten, die auf Anregung des Beirats angestoßen wurden. Dabei ging es unter anderem um die im Oktober beschlossene Einrichtung von zwei barrierefreien Parkplätzen beim Bürgerservice. Die Umsetzung verzögert sich, da die Einholung der Zustimmung des Grundstückseigentümers noch läuft. Zudem sei die Anfahrbarkeit eines barrierefreien Parkplatzes unmittelbar neben dem Bürgerservice wegen eines Hochbords etwas schwieriger. Eine bauliche Änderung dieser Situation ist machbar und soll umgesetzt werden. Oberbürgermeister Wolfram Britz wies darauf hin, die Kosten dieser Lösung im Blick zu behalten, da der Bürgerservice nach Fertigstellung des neuen barrierefreien Verwaltungsgebäudes seinen Standort wechseln werde.
Weitere bereits im Oktober beschlossene Maßnahmen befinden sich ebenfalls noch in der Umsetzung: Die Installation eines akustischen Signals an den Bildschirmen im Bürgerservice soll beauftragt werden, nähere Informationen würden dem Beirat zeitnah nachgereicht. Michael Heitzmann versicherte zudem, dass im Bürgerservice des geplanten Neubaus alle Terminals und Kassenautomaten so angebracht werden, dass sie für alle Menschen gut erreichbar und bedienbar sind. Rückmeldungen gab es auch zur nun für Anfang Februar vorgesehenen Anbringung eines Handlaufs am Rathaus sowie zur geplanten Bordsteinabsenkung im Bereich Läger, die auf der Arbeitsliste des städtischen Tiefbaus steht.
Verbesserungen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen wurden bereits an der Ampelanlage am Rathaus vorgenommen, unter anderem durch lautere akustische Signale. Die Optimierung der Anlage am Bahnhof ist beauftragt, auch am Läger/Hochschule sind entsprechende Anpassungen vorgesehen.
Weitere Themen der Sitzung waren Probleme durch unebene Fahrbahnen, die bei Regen Wasser auf Passantinnen und Passanten spritzen, sowie der Wunsch eines Ehepaares aus Schneeflären nach der Ausweisung eines Behindertenparkplatzes im öffentlichen Raum. Der Erste Beigeordnete Thomas Wuttke sagte zu, beide Anliegen vor Ort zu prüfen und die Situation gegebenenfalls zu verbessern. Eine positive Nachricht betraf die Nutzung der Tram mit E-Mobilen und E-Scootern, die grundsätzlich möglich ist. Um Missverständnisse zu vermeiden, sprach sich Oberbürgermeister Wolfram Britz dafür aus, entsprechende Informationen künftig schriftlich und mehrsprachig bereitzustellen.
Eine Beirätin, die aufgrund motorischer Einschränkungen über einen beglaubigten Unterschriftenstempel verfügt, machte zudem auf die Problematik der Identitätsprüfung an digitalen Displays aufmerksam. Es gebe hierfür bereits technische Lösungen, die bislang jedoch zu wenig eingesetzt würden. Oberbürgermeister Wolfram Britz schlug vor, dieses wichtige Thema an den Beirat für Menschen mit Beeinträchtigungen des Ortenaukreises weiterzugeben, um es auf überregionaler Ebene weiterzuverfolgen.

Der städtische Inklusionsbeauftrage und Geschäftsführer des Beirats, Nicolas Uhl, dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und rief dazu auf, weiterhin aufmerksam zu bleiben und Themen an den Beirat heranzutragen: „Potenziale gibt es immer.“ Derzeit sind zwei Sitze im Gremium unbesetzt; einstimmig sprach sich der Beirat für die Aufnahme einer neuen Beirätin aus. Die Entscheidung wird nun dem Gemeinderat zur Bestätigung vorgelegt.