Fernwärmenetz
Bund fördert Fernwärmenetzausbau mit 8,5 Millionen Euro
Das Fernwärmenetz in Kehl soll in den kommenden vier bis sechs Jahren beträchtlich wachsen. Der Wärmeverbund der Stadt Kehl plant eine Netzerweiterung von 5,15 Kilometern. Zusätzlich soll in der Vogesenallee eine weitere Heizzentrale und im Hafen eine Übergabestation für die industrielle Abwärme der Badischen Stahlwerke errichtet werden. Diese Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Höhe von 8,5 Millionen Euro gefördert.
Der Wärmeverbund hat sich das Ziel gesteckt, seinen jährlichen Wärmeabsatz bis ins Jahr 2030 von bisher elf Gigawattstunden auf 21 Gigawattstunden nahezu zu verdoppeln. Das entspricht einem Plus von rund 600 Haushalten, die zusätzlich mit Fernwärme versorgt würden. Derzeit wird ein Netzausbau von der Stadthalle bis zum Hochhaus an der Honsellstraße geplant. An der rund 620 Meter langen Strecke liegen insgesamt 35 Objekte, die an das Fernwärmenetz angeschlossen werden könnten. Der Wärmeverbund schätzt das Absatzpotenzial auf 3,2 Megawatt. Mit dem Wärmeleitungsbau und den dafür nötigen Tiefbauarbeiten soll nach derzeitigem Planungsstand im Herbst 2026 begonnen werden. Die erforderliche Fernwärme soll unter anderem von der künftigen Heizzentrale an der Vogesenallee kommen. Die geplante Anlage macht sich die Grundwasserwärme zunutze. Kehl verfügt bekanntlich über einen hohen Grundwasserspiegel.
Grundwasser gilt als sehr ergiebige Wärmequelle, weil es über das Jahr hinweg kaum Temperaturschwankungen, etwa im Sommer oder Winter, unterliegt. Mittels Wärmepumpe wird das Bodenwasser auf die benötigte Temperatur gebracht. Die neue Heizzentrale wird somit grüne Fernwärme produzieren. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Bereits im vergangenen Oktober ist im Neubaugebiet Hühnerbünd in Neumühl eine Heizzentrale in Betrieb genommen worden, die ebenfalls Grundwasserwärme nutzt. Ergänzt wird die Wärmeversorgung durch die beiden bestehenden Blockheizkraftwerke an der Stadthalle und an der Richard-Wagner-Straße. Voraussichtlich 2028 soll im Hafen zudem eine Übergabe- und Besicherungsanlage die industrielle Abwärme der Badischen Stahlwerke ins Fernwärmenetz einspeisen.
Hintergrund
Der Wärmeverbund ist ein Projekt der Wärmegesellschaft Kehl, einem Gemeinschaftsunternehmen der Technischen Dienste Kehl und dem Energieunternehmen badenovaWÄRMEPLUS. Die Wärmegesellschaft hat sich vorgenommen, die Wärmeversorgung in Kehl bis 2030 CO2-neutral zu gestalten, indem natürliche Wärmequellen genutzt und regenerative Energien gefördert werden.
